Der erste Eindruck kann trügen

7. September 2009 um 23:23 Uhr

“Dem sieht man es von 100 Metern aus an, dass er schwul ist”, dachte ich, als ich einen jungen schlanken Mann im Fitness sah. “Das muss ein ganz oberflächlicher, arroganter Typ sein”, dachte er (wie er mir später berichtete), als er mir das erste Mal über den Weg lief.

Vor 10 Tagen lernte ich den Mann aus dem Fitness kennen. Wir verstanden uns von anhieb recht gut und trafen uns den Rest des Sommers immer wieder zum baden an der Limmat. Kürzlich hatte jeder von uns auf dem Nachhauseweg noch etwas zu Abendessen gekauft. Als wir uns dann vor der Migros verabschiedeten, rannten plötzlich zwei Buben kreischend davon. Wir hätten uns wohl nicht mit einem so innigen Kuss verabschieden sollen – doch uns war das egal. Und gestern? Unerwartet haben wir zusammen einen weiteren warmen Nachmittag auf der Insel verbringen können. Der Herbst hatte bis jetzt doch noch nicht so krass begonnen wie angenommen. Sogar baden konnten wir noch. Und dann lagen wir da, hörten etwas Musik und genossen etwas kuschelnd die warmen Sonnenstrahlen an diesem schönen Herbstnachmittag…

Was Menschenkenntnisse betrifft, so hab ich etwas dazugelernt: Der erste Eindruck kann trügen. Man sollte nie voreilig ein (falsches) Bild von einer Person machen, vorallem wenn man diese noch nicht kennt.

Good bye Summer 2009

1. September 2009 um 22:50 Uhr

2009_09_01

Wenn man den Wettervorhersagen Glauben schenkt, war heute der letzte heisse Sommertag.

Ich freute mich, als ich heute doch schon früher Feierabend machen konnte als angenommen. Draussen bestieg ich mein Fahrrad und merkte, dass ich am Vorderrad einen Platten hatte. Das hatte mir gerade noch gefehlt. Ich wollte doch heute nochmals einen Sprung in die Limmat machen. “Jetzt muss ich mit dem Velo auf den Bus und erst einmal heim – wie mühsam”, dachte ich. Doch dann kam ich auf eine Idee: Auf meinem iPhone tippte ich auf “Karte” und gab “Velo” ein. Und siehe da, nur etwas 100 Meter von meinem Standort wurde mir ein Velogeschäft angezeigt – also nichts wie hin. Tatsächlich! Innert wenigen Minuten konnte mein Fahrradschlauch repariert und der Pneu auch gleich ausgewechselt werden.

Auf der Werdinsel angekommen, traf ich auf Adi, den ich letzte Woche am selben Ort kennengelernt und auch schon gestern angetroffen hatte. Später kam noch Marco dazu. Ein letzer Sprung in die Limmat… einfach sich treiben lassen – das tat gut!

Als ich auf meinem Badetuch lag, zogen dunkle Wolken auf und verdeckten die Sonne. Ein schwacher Wind begann zu blasen und ein erstes Blatt fiel von einem Baum und landete auf meinem Badetuch… Willkommen Herbst!