Ich hatte die Nase gestrichen voll. Hier in der Schweiz war es einfach nur noch kalt und nass. Wo blieb der Sommer? FERIEN war Philipp’s Statusmeldung im Facebook. Darunter las ich den Kommentar eines anderen Kollegen, dass er Gratisflüge zu vergeben hätte. “Schön wärs” kommentierte ich mehr aus Spass. Denn Flüge umsonst, das gibt es doch gar nicht!?
Doch der Kollege arbeitete in der Reisebranche und hatte tatsächlich Sitzplätze, die nicht verkauft wurden. Das Angebot: Sharm-el-Sheikh, Business-Class-Flug, 5-Sterne-All-Inclusive-Hotel, 5 Nächte für 370 Franken. Trotz dem verlockenden Angebot war ich mir nicht sicher, ob ich darauf einsteigen sollte, schliesslich war ich immer noch auf Jobsuche. Doch Philipp überredete mich schlussendlich.
So verbrachten wir 5 Tage in Ägypten. Sonne, Strand, viele bunte Fische beim schnorcheln und einfach Relaxen. Die Tagestemperaturen von 40 bis 45 Grad Celsius im Schatten machten uns schon etwas zu schaffen, wie auch das Essen – das zwar gut war – uns aber Magendarmverstimmungen einbrachte. Das Hotel Sonesta Beach Resort war top, eine recht weitläufige schön begrünte Bungalow-Anlage. Wir hatten “special offer” – wurden persönlich vom Manager begrüsst – und das Zimmer lag recht zentral zu Restaurants, Rezeption und Strand. Das Zimmer war immer sehr sauber, hatten sogar eine Eckbadewanne (die wir aber nicht nutzten). An der Naama Beach gab es beim Schnorcheln viele Fische an Ufernähe zu sehen (wahrscheinlich weil Touristen die Tiere fütterten). Ansonsten war der Strand – künstlich mit Sand aufgeschüttet – nicht so schön. Darum machten wir einen Schnorchelausflug. Mit Boot wurden bei diesem eintägigen Ausflug drei schöne Korallenriffe angesteuert. Abends besuchten wir das nah gelegene Zentrum mit ihren vielen Shops und Cafés oder sassen dann einfach am Pool, schauten in den Sternenhimmel und redeten über Gott und die Welt. Wir verstanden uns mega gut, als ob wir schon jahrelang die besten Freunde wären.
Für den Geburtstag von Philipp organisierte Carsten eine tolle Überraschungsparty. Wegen Regens fand das ganze nicht draussen bei einer Feuerstelle, sondern drinnen im Trockenen statt. Wir liessen uns aber deswegen die gute Laune nicht nehmen. Im Gegenteil, wir hatten es mega lustig. Am späteren Abend besuchten wir noch den Sommernachtsball im Hauptbahnhof, wo Stella Divine ihren Auftritt hatte und liessen danach den Abend in der Cranberry-Bar bei einem Drink ausklingen.
Seit dreieinhalb Jahren ist es in der Schweiz nun möglich, eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft eintragen zu lassen. Dieses Gesetz verbietet jedoch, dass Kinder mit homosexuellen Eltern aufwachsen. Eine repräsentative Umfrage zeigt nun aber, dass sich mittlerweile 53 Prozent der Bürger für ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ausspricht. Der Verein Gleiche Chancen für alle Familien hat daher nun eine Petition eingereicht.
Unter dem Titel Mama lesbisch, Papa schwul zeigte das Schweizer Fernsehen gestern einen interessanten Report:
[Danke Roger für den Link]
Mein Kommentar zum Thema:
Schon seit einigen Jahren hat ein Exfreund von mir zwei Kinder mit einem lesbischen Paar zusammen. Diese Art von Familie empfand ich und sogar andere schwule Kollegen immer etwas “seltsam”. Doch eigentlich ist eine Regenbogenfamilie nichts anderes als eine Patchworkfamilie – und dies gibt es schon lange. So hat mittlerweile auch ein bekanntes Schwulenpaar von mir – sie leben seit 6–7 Jahren in einer Partnerschaft – den Wunsch nach eigenen Kindern geäussert.
Ob man nun gleichgeschlechtliche Elternschaft befürwortet oder nicht, sei dahingestellt. Wer den Wunsch nach Kindern hat, soll sich diesen Traum verwirklichen können, die Homosexualität soll dabei keine Barriere dafür sein. Für mich persönlich ist “Kinder haben” kein Thema. MIr genügt es, einen Göttibub zu haben, den ich auch regelmässig sehen kann.
Fürs Bodypump war es letzte Woche definitiv zu warm (vorallem wenn das Groupfitness in einem nicht klimatisierten kleinen überfüllten Raum stattfindet. Gemäss Wetterprognossen soll es kommende Woche nicht mehr so schön sein (was eigentlich schade ist). Dafür können wir voll Power ins neue Programm BodyPump 74 starten. Nachfolgend die Playlist (Youtube-Videos zum reinhören):
Die letzten 4 Tage verbrachte ich auf dem Turbinenplatz. Am Mittwoch begann der Aufbau des Festgeländes für das Zurich Pride Festival (ehemals CSD), das dieses Jahr unter dem Motto Do Ask – Do Tell stand. So war ich und einige andere freiwillige Helfer damit beschäftigt bei meist strömendem Regen, Zelte aufzubauen und Holzböden zu verlegen. Das Wetter war zur Pride aber dann traumhaft schön geworden. Am Freitagabend arbeitete ich zum ersten Mal hinter einer kleinen Bar. Ich hatte es mir selbst nicht zugetraut, aber so schwer war es nicht, Getränke zu verkaufen oder gar Drinks zu mixen. Hauke, Adrian und ich waren ein eingespieltes Trio. Am Samstag half ich auf der Parade mit. An forderster Front marschierte ich neben dem ersten Wagen als Fahrzeug-Security mit und schaffte es gar in die Tagesschau Hauptausgabe (siehe unten). Abends feierte ich mit Freunden auf dem Festgelände. Als ich dann aber sah, dass meine Jungs hinter der Bar unterbesetzt waren, warf ich mich wieder ins schwarze Pride-Shirt und half bis zum Ende mit.
Für mich war das Zurich Pride Festival ein absolutes Highlight. Ich hab zwar mehr gearbeitet als gefeiert, aber es hat mega Spass gemacht. Ich hab viele bekannte Gesichter gesehen, aber auch einige neue tolle Leute kennengelernt. Bis nächstes Jahr!
Diesen Artikel hab ich am 5. Februrar dieses Jahres begonnen zu schreiben. Damals war ich noch angestellt und ahnte nicht, dass ich 4 Monate später in dieser Situation – ein Leben ohne Arbeit – sein werde. Nur: Ohne Arbeit, weniger Geld (zum Glück gibt es das RAV und die Arbeitslosenkasse, wo ich mich sofort angemeldet hatte). Nachdem ich so nah dran war, einen Job zu bekommen, hat es schlussendlich doch nicht geklappt. Ich bin weiterhin auf Jobsuche. Trotzdem will ich mich jetzt nicht für jede Stelle bewerben. Mein Traumjob könnte ich in einer Werbeagentur finden, weil ich diesen Bereich der grafischen Branche noch nicht kenne. Nach der Kündigung Ende März war ich sehr zuversichtlich, dass ich nahtlos eine neue Stelle antreten werde. Doch leider hat es nicht geklappt. Der Gedanke, einfach mal einen Monat lang den Sommer zu geniessen ist nicht schlecht. Doch was ist, wenn es zwei, drei oder noch mehr Monate werden? Was ist, wenn der ganze Sommer so verregnet ist? Irgendwann wirds langweilig, nicht zu arbeiten. Und ich hab das Gefühl, dass es auch immer schwieriger werden wird, einen geeigneten Job zu finden. Aber ich lasse mich keineswegs entmutigen und bewerbe mich weiterhin.
Beitrag, den ich am 5. Februrar 2010 schrieb (aber bisher nicht veröffentlichte): Menschen werden beschäftigt. Ihr ganzes Leben lang. Zuerst lernen Sie als Babys vieles von Ihren Eltern, dann gehen sie zur Schule und später zur Arbeit. Warum arbeitet man? Um Geld zu verdienen, um Steuern zu bezahlen, um zu leben? Ohne Arbeit kann man zwar leben, aber sehr bescheiden. Man arbeitet fast das ganze Leben. Einige eifern ihrer Karriere entgegen, anderearbeiten aufs Wochenende hin. Die Arbeit kann ein Krampf sein. Das beginnt schon morgens, wenn man aufstehen muss, obwohl man müde ist. Man nervt sich über Öv’s, wenn der Arbeitsweg plötzlich länger ist. Manchmal ist man müde und man könnte am Arbeitsplatz fast einschlafen. Aber es muss weitergehen. Man muss arbeiten – über 8 Stunden am Tag (die einen mehr, die anderen weniger). Wie wäre ein Leben ohne Arbeit? Ein Leben, in dem Geld keine wichtige Rolle spielt? Könnte man so ein Leben sinnvoller gestalten oder würde es langweilig werden? Ein steht fest: Ich werde noch über 30 Jahre arbeiten müssen. Und das ist noch ziemlich lange…