Ganz genau weiss ich, wie es ist, wenn man sich einer Person öffnet, sich ihr anvertraut, sie mit der Zeit lieb bekommt. Doch aus irgendwelchen Gründen findet man doch nicht zusammen und dann muss man einen Schlussstrich ziehen. Dies war letzen Mai so, im August wieder und im März dieses Jahres ein drittes Mal. Und jedes Mal war ich überzeugt, dass es der Richtige war, wie z.B. hier.
Bereits einen Tag nach meiner Trennung Ende März lernte ich an einer Wohnungseinweihungsfeier einen neuen Mann kennen. Daraus entwickelt sich etwas mehr als nur eine normale Freundschaft. Doch ich schaltete auf Rot, liess ihn nicht zu Nahe an mich ran. Warum? Weil ich Angst hatte, dass mir das gleiche Schicksal widerfahren könnte wie die Monate davor.
Über die Ängste einer Beziehung schrieb ich schon hier einmal oder auch hier. Ist es nicht verwunderlich, dass ich mir eine Schutzmauer aufbaue und nichts mehr an mich ranlasse und zu diesem oder auch diesem Entschluss komme?
Trotzdem hatte ich die letzten Woche eine schöne Zeit mit ihm. Wir haben immer mal was zusammen unternommen, konnten gut miteinander reden und hatten Spass zusammen. Ich hatte schon lange keinen solchen Menschen mit so einer positiven optimistischen Einstellung kennengelernt. Jemand, der eigentlich immer fröhlich ist. Und ich? Ich war immer wieder launisch. Doch er war die ganze Zeit für mich da. Er war da, als ich noch wochenlang über meine letzte Beziehung trauerte. Er war da, als ich den totalen Anschiss hatte weil man mir den Job gekündigt hatte. Er hatte mich verwöhnt mit einem schönen Osterbrunch, mir Oster-Smiley-Glocken zur Aufmunterung geschenkt und mit vielen anderen Kleinigkeiten gezeigt, wie sehr er mich mag. Zudem zeigte er mir gegenüber immer volles Verständnis. Und ich? Ich zog immer wieder die Handbremse, wenn ich merkte, dass er mir gefühlsmässig näher kam. Ich konnte mich ihm nicht öffnen. Und jetzt? Jetzt ist er weg und ich bin wieder ganz alleine. Und alleine bin ich glücklich schrieb ich hier. Doch ich setz jetzt schon ein Fragezeichen dahinter.
Dass Liebe und Schmerz ganz nah beinander liegen, hab ich hier kürzlich geschrieben. Ist man alleine, wünscht man sich jemanden auf seiner Seite. Hat man jemanden, muss man damit rechnen, früher oder später verletzt zu werden.
Ich bin zum Schluss gekommen, dass das Leben in diesem Punkt einfach beschissen ist und man sich damit abfinden muss. Man muss lernen, für immer alleine zu bleiben. So hat mir jemand kürzlich geschrieben: “Man wird alleine geboren und man stirbt alleine”. Alles andere ist eine Illusion, was nur für einen Augenblick hinhält und früher oder später brutal zerstört wird. Man muss lernen, dies realistisch zu sehen, auch wenn man sich was anderes wünscht. Nach etlichen Beziehungen (und was ich in meinem Umkreis so sehe) hab ich mich damit abgefunden, dass es wohl so sein muss, auch wenn es traurig ist: nur alleine kann man glücklich sein.
Vorletzten Sonntagmorgen war ich beim Bäcker, der auch ein Cafe führt. Ich war erstaunt, wieviele Leute trotz Regen und kühlen Temperaturen draussen sassen. Erst dann wurde mir klar: Seit 1. Mai haben wir in Zürich Rauchverbot! Viel Tam-Tam wurde darum gemacht, ob und wie man das Rauchverbot umsetzen kann.
Vorgestern war ich nun seit der Einführung das erste Mal an einer Party und in einem Club. Der prognostizierte Gestank nach Schweiss und Alkohol blieb fern. Vielleicht liegt es daran, dass Schwule mehr auf ein gepflegtes Erscheinungsbild schauen? Obwohl, beim tanzen sind viele ins Schwitzen gekommen. Auf jeden Fall war es richtig angehm, das erste Mal im Leben ohne Qualm abzufeiern. Die Raucher mussten zwar vor die Tür. Aber ich konnte deswegen keinen fluchen hören. Trotzdem entdeckte ich beim Tanzen den einen oder anderen, der heimlich gebückt ein paar Züge seiner Zigarette nahm. Nichts desto trotz fand ich es toll, nach einer Partynacht nicht verqualmt nach Hause zu kommen. Und auch meine Kontaktlinsen hatten ihre Freude daran: keine brennenden Augen mehr. Also auf zur nächsten Party!
Was eine rote Rose für mich bedeutet, hab ich bereits hier schon einmal geschrieben. So schön die Blüten dieser Blume sind, so hat sie auch was unschönes an sich: ihre Stacheln. Darum bin ich vorsichtiger geworden. Denn in der Liebe kann es genauso sein: Der Schmerz liegt ganz nah daneben…
Manchmal kann ich unglaublich in einer Welt der Gefühlsduselei versinken. Wenn Unsicherheit und Ängste auftreten, leg ich schnell jedes Wort auf die Goldwaage. Jede Kleinigkeit, die mir negativ rüberkommt, kann mich kränken. Ich zieh mich dann zurück und mach mir Gedanken darüber. Ich merke bei einem Menschen schnell, wenn etwas nicht stimmt. Ist mir die Person wichtig, suche ich nach Antworten und Lösungen, will der Sache auf den Grund gehen. Aber manchmal gibt es nicht für alles eine Antwort. Trotzdem drehen sich die Gedanken dann immer wieder um das gleiche, obwohl ich das gar nicht möchte. Und dann versinke ich in meiner Gefühlsduselei und höre dabei Musik wie dieser Soundtrack:
In solchen Situationen kommt mir aber auch einen Bibelvers in den Sinn:
Werft all eure Sorgen auf ihn, denn er sorgt für euch. 1. Petrus, Kapitel 5, Vers 7
Ich wünscht ich wär ein Vogel. Hoch auf einem Baum auf einem Hügel würde ich sitzen und über die Stadt herabblicken. Dann über Land und See fliegen, dabei tief die frische Luft einatmen und mich gleiten lassen, den Wind zwischen den Flügelspitzen spüren. Schwerelos. Dabei meine Gedanken schweifen lassen. Dabei alle Last abwerfen, Kummer und Sorgen. Der Sonne entgegenfliegen und immer die schönsten Orte bereisen. Wird es kalt und düster, flieg ich einfach weiter. Niemand kann mich aufhalten. Ich wünscht ich wär ein Vogel.
Wie oft soll man sich sehen? Eine Frage, die sich Pärchen in einer Beziehung immer mal wieder stellen.
Am Anfang kann man sich nicht oft genug sehen, am liebsten jeden Tag. Man ist unzertrennlich und geniesst jeden Augenblick in vollen Zügen. Es ist nicht immer einfach, Job und privates unter einen Hut zu bringen. Doch irgendwie klappt es immer. Leider muss man aber auch in gewissen Bereichen zurückschrauben, Hobbies und Freundeskreis werden reduziert. Was ist aber, wenn man so viel um die Ohren hat und sich das negativ auf die Partnerschaft auswirkt? Wenn der Partner zwar da ist, aber plötzlich weniger wahrgenommen wird? Was ist, wenn sich der eine nur noch über den Partner aufregt in allem seinem Tun? Der eine oder andere könnte darunter leiden, da diese Harmonie auf einmal fehlt, die am Anfang so intensiv war.
Weniger ist mehr – so heisst es doch. Ich denke, dass dies auch in einer Beziehung so ist. Wenn man sich weniger sieht, schätzt man die gemeinsamen Stunden wieder viel mehr. Denn erst dann lernt man zu schätzen, was man eigentlich voneinander hat. So lange man getrennt wohnt, ist das nicht so schwer. Hat man aber eine Wohnung zusammen, wird es schwieriger, sich zurückziehen zu können. Trotzdem – ob nun zusammen unter einem Dach oder nicht – Freiraum braucht es in jeder Beziehung. Ich denke, dass nur so eine Partnerschaft lange anhält bzw. die Intensivität nicht verliert.
Es kann natürlich auch andersrum sein, dass man den Partner zu wenig sieht, vielleicht weil man zu weit auseinander wohnt. In beiden Fällen wird der eine oder andere denken, dass man sich dadurch auseinander lebt. Das muss und sollte aber nicht passieren. Man sollte in jeder Beziehung – ob nah oder auf Distanz – das richtige Mittelmass finden.
Über das Thema Aids weiss jeder Hinterletzte Bescheid und ist über die Safer-Sex-Regeln informiert. Trotzdem gibt es immer wieder Neuinfiszierte, die den tödlichen Virus mit sich tragen. Doch wer kennt schon jemanden, der oder die HIV-positiv ist? Wohl die wenigsten.
Verhütung ist das oberste Gesetz. Doch in einer Partnerschaft kann das anders aussehen. Wenn sich zwei Menschen lieben und sich die Treue geschworen haben, verzichtet man schnell auf irgendwelche Verhütungsmittel. Doch dann muss das gegenseitige Vertrauen 100 Prozent da sein. Eine Sicherheit oder Bestätigung bietet ein Aids-Test, den man nach einer dreimonatigen treuen Partnerschaft machen kann.
Nach den Vorfällen mit Chlamydien bin ich schon recht gut über das Thema Geschlechtskrankheiten sensibilisiert. Doch letzte Woche hat mir eine Person – die ich gut kenne – mitgeteilt, dass sie und ihr Partner sich mit dem tödlichen Virus angesteckt haben. Im ersten Moment bin ich schockiert gewesen. Wie kann das passieren? Sind sie sich untreu gewesen? Haben sie sich vor ihrem Kennenlernen bereits angesteckt? Wer hat wen angesteckt? Fragen, auf die man keine Antwort weiss. Schuldzuweisungen bringen sie nicht weiter. Sie müssen sich eher die Frage stellen: Wie gehen wir damit um, HIV-Positiv zu sein?
Seit ich nun eine betroffene Person kenne, sehe ich das Thema Aids von einer etwas anderen Seite. Es wird mir noch bewusster, wie gefährlich ungeschützer Sex sein kann bzw. wie wichtig eine treue Partnerschaft ist. Wie wichtig Ehrlichkeit in einer Partnerschaft ist, hab ich hier bereits einmal geschrieben.
So offen über sein eigenes Leben zu schreiben ist nicht immer gut. Schon vor über einem Jahr hab ich viele Beiträge mit Passwort geschützt, die nur von guten Kollegen und Freunden gelesen werden können. Mittlerweile hab ich aber gemerkt, dass auch das nicht immer gut ist. Man muss nicht alles über mein Leben wissen, schliesslich ist vieles sehr persönlich. Von “Toll, was du da machst” bis “Ich würde niemals so viel von mir preisgeben”, “Ich bin enttäsucht von Dir…” oder “Hier hab ich die Antworten auf meine Fragen gefunden” gab es schon die unterschiedlichsten Reaktionen von Personen, die meinen Blog gelesen haben. Darum werde ich hier auch im privaten Bereich nicht mehr alles ausplaudern.