Eigentlich ist es deprimierend, aber ich hab mich daran gewöhnt: In letzter Zeit lern ich immer wieder Männer kennen, die mir sehr sympatisch sind und zudem noch gut aussehen. Aber dann erfahre ich, dass sie einen Freund haben. Klar, ich bin jetzt nicht auf der Suche nach einer Beziehung und momentan geniesse ich das Ansehen, dass ich als Single habe. Zudem kann ich tun und lassen, was ich will. Aber trotzdem überleg ich bei einem Date schon immer kurz, ob diese Person zu mir passen könnte oder nicht.
Ich hab gemerkt, dass viele gutaussehnde Männer um die 30 in einer Beziehung leben – sehr oft in einer offenen Beziehung. Das scheint unter Schwulen sehr im Trend zu sein (oder ist das bei Heteros auch so?). Man hat zwar einen Freund, kann aber ausserhalb der Beziehung Sex mit anderen haben. Für mich kam diese Option bisher nie in Frage: Entweder hat man eine treue Beziehung oder man lässt es ganz bleiben. Aber vielleicht kann sich diese Einstellung ändern, wenn man schon lange Zeit zusammen ist. Aber dadrüber muss ich mir momentan zum Glück keine Gedanken machen.
Dass ich den Sandstrand, das Meer und die braungebrannten Jungs vermissen würde, wär ja noch gegangen. Aber nun muss ich sogar auf die Sonne verzichten.
Nachdem ich nun nach der zweiten Nacht verschwitzt aufwache (wieso auch immer), schaue ich aus dem Fenster und sehe immer das gleiche Bild: goldig-gelb-rot-braune Laubbäume, grau in grau mit Regen. Das Fenster mach ich schon gar nicht auf, denn ich möchte nicht wissen, wie eisigkalt es heute wieder ist. Dass ich so lange brauche, mich hier wieder anzuklimatisieren, hätte ich nicht gedacht. Wenn wenigstens die Sonne scheinen würde, dann hätte ich heute wenigstens einen schönen Herbsttag erleben können. Auch wenn ich mich noch nicht auf die Arbeit nächste Woche freue – gedanklich bin ich ganz woanders – so werd ich wenigstens von den Schneeschaufeln Weihnachtsbeleuchtungen und Christbaumständern abgelenkt, die schön gelayoutet werden sollten. Wobei ich mich gerade Frage, ob dann die nächste Kriese bei mir kommt, wenn ich all das Winter- und Weihnachtszeugs sehe…?
Nach 2 Jahren will ich einfach mal wieder ans Meer etwas Sonne tanken. Mit Roland hab ich damals einige ferne Länder bereist. Aber als Single ist es schwieriger jemanden zu finden, der mitkommen würde. Und wenn alle Freunde absagen, spielt man schon mit dem Gedanken, einfach alleine zu verreisen.
Ein Kollege war vor einer Woche auf Gran Canaria – alleine. Ein weiterer Kollege geht nun nächste Woche auch dorthin. Hätte ich dies eher gewusst, hätte ich mit einem der beiden mitgehen können. Ich war vor ziemlich genau 10 Jahren auf dieser kanarischen Insel, die nebst Mykonos sehr schwulenfreundlich ist. Also warum doch nicht alleine verreisen und vor Ort neue Kontakte knüpfen? Vorgestern hab ich über Kontaktanzeigen im Gayromeo-Chat ein paar Jungs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angeschrieben, die ebenfalls zur gleichen Zeit (zum Teil auch alleine) auf der Insel sind. Und heute schreib ich im Chat das erste Mal mit einem 29-jährigen Studenten aus Zürich, der sofort mit mir mitkommen würde. Da bleibt jedoch ein gewisses Risiko, wenn man die Person nicht kennt. Dann doch lieber alleine verreisen? Ich werd ihn morgen zu einem Drink treffen und dann weiterschauen. Gebucht wird sowieso, ob alleine oder für zwei.
Manchmal wird mir bewusst, wie sehr wir bereits in der Zukunft leben. Heutzutage kann man das Leben von anderen auf Schritt und Tritt mitverfolgen: Ob in einem Blog wie diesem, über Facebook-Statusmeldungen oder Twitter. Man weiss, wenn der Kollege Beziehungsprobleme hat, man weiss, wenn ein Freund auf einer Wanderung ist, man weiss, wann und wo sich Arbeitskollegen volllaufen lassen. Man ist einfach über alles informiert, zu jeder Zeit an jedem Ort. Privatsphäre gibt es kaum noch. Google Street View schafft nun auch Einblicke in die eigene Wohngegend. Bis zur Haustür ist alles bildlich festgehalten. Totale Überwachung? Vor 20 Jahren hat man skeptisch oder gar ängstlich solchen Entwicklungen entgegengeschaut. Und heute? – Ganz normal! “Big Brother is Watching you” ist längst alltäglicher Alltag.
Es ist schon sehr lange her, dass ich jemandem eine rote Rose geschenkt habe. Eine rote Rose ist für mich nicht nur eine rote Rose. Dahinter steckt viel mehr: Liebe.
Manchmal hab ich das Gefühl, vom Glück verlassen zu sein. Es läuft alles nicht so, wie man es sich vorstellt – sei es Privat oder im Beruf. In diesen Momenten kann ich gut Trübsaal blasen und nur noch das Schlechte sehen. Aber vorwärts schauen ist besser. Ein LIchtblick ist immer irgendwo.
Im Song Fingt ds’Glück eim? von Züri West heisst es Irgendwann kommt man immer an – irgenwann gehts immer weiter – irgendwann kommt man immer an – irgendwo geht eine Tür auf – irgendwann findet einem das Glück…
Irgend wenn chunnt meh immer ah.
Irgend einisch geits gäng wieder wiiter.
Du chasch no so töif ir Sauce stah irgend wenn chunnt mä immer a.
Irgend wo geit ä türe uf, villicht nur e ganz schmale spaut.
Öper steit uf irgend öpppis druf
Irgend wo geit e Türe uf
Irgend einisch fingt ds Glück eim
Irgend wo ufemä Parkplatz
U plötzlech schmöckts wieder wie Deheim
Irgend einisch fingt ds Glück eim
Irgend wenn weisch wär d bisch
Irgend wenn weisch genau wo d härä ghörsch
Irgend öper steut äs 2. Tassli ufe Tisch
Irgend wenn weisch wär d bisch
Irgend einisch fingt ds Glück eim
Irgend are Bushautsteu
U plötzlech schmöckts wieder wie Deheim
Irgend einisch fingt ds Glück eim
Irgend wo geit e Türe uf
Irgend einisch geits gäng wieder wiiter.
Öper steit uf irgend öpppis druf
Irgend wo geit e Türe uf
Irgend einisch fingt ds Glück eim
Irgend wo ufemne Chuchitisch
U plötzlech schmöckts wieder wie Deheim
Irgend einisch fingt ds Glück eim